Google beschreibt seine Haltung zu generativen Inhalten seit Längerem gleichbleibend: Entscheidend ist nicht, wie ein Inhalt entstanden ist, sondern ob er hilfreich, verlässlich und für Menschen gemacht ist. Zugleich richten sich die Spam-Richtlinien gegen massenhaft erzeugte Seiten mit geringem Nutzen, unabhängig von der Methode. KI hat die Massenproduktion billig gemacht, und damit auch den Fehler, den diese Richtlinien beschreiben.
Was die Richtlinien tatsächlich sagen
Generative Werkzeuge dürfen bei Recherche, Struktur und Entwurf helfen. Problematisch wird es, wenn viele Seiten in erster Linie erzeugt werden, um Rankings zu beeinflussen, und für Leser keinen zusätzlichen Wert bieten. Dieser Fall wird als skalierter Inhaltsmissbrauch behandelt und kann die Sichtbarkeit der gesamten Domain betreffen, nicht nur der betroffenen Seiten. Die Grenze verläuft also nicht zwischen menschlich und maschinell, sondern zwischen nützlich und austauschbar.
Vier Prüffragen vor jeder Veröffentlichung
- Für wen ist der Beitrag geschrieben und welche konkrete Frage beantwortet er?
- Was steht hier, was nirgendwo sonst steht: eine Erfahrung, ein Beispiel, eine Einordnung, eine Entscheidungshilfe?
- Wer hat die Aussagen geprüft und trägt die Verantwortung für den Inhalt?
- Würde das Unternehmen den Beitrag auch veröffentlichen, wenn es keine Suchmaschine gäbe?
Wer die zweite oder vierte Frage nicht beantworten kann, hat keinen Beitrag, sondern eine Seite.
Warnsignale und Gegenmaßnahmen
| Warnsignal | Warum es schadet | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Gleiche Gliederung und austauschbare Absätze auf vielen Seiten | Nahezu identische Inhalte ohne Zusatzinformation | Seiten zusammenlegen, je Seite eine eigene Kernaussage |
| Eine Seite je Stadt oder Variante mit ausgetauschten Namen | Türöffner-Muster, das Suchsysteme als Spam werten | Eine starke Seite mit echten regionalen Unterschieden |
| Fehlende Quellen, Datum und Verantwortliche | Kein Vertrauenssignal für Leser und Systeme | Redaktionelle Verantwortung sichtbar machen |
| Sprunghaft steigende Veröffentlichungsmengen | Verdacht auf Automatisierung ohne Prüfung | Redaktionsplan mit Kapazität für Prüfung und Freigabe |
| Texte, die die Frage umschreiben, statt sie zu beantworten | Kein Nutzen, hohe Absprungrate | Antwort in den ersten Sätzen, Details danach |
Das Redaktionsprinzip: KI bereitet vor, Menschen entscheiden
KI kann Suchfragen sammeln, Quellen zusammenfassen, eine Gliederung vorschlagen und einen Rohentwurf schreiben. Die Kernaussage, die Beispiele aus dem eigenen Unternehmen, die Prüfung der Fakten und die Freigabe bleiben bei Menschen. Diese Aufteilung ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern die Quelle des Mehrwerts: Alles, was KI allein erzeugen kann, kann jeder Wettbewerber ebenfalls erzeugen.
Beispiel: Zehn Beiträge statt hundert
Ein Unternehmen plant hundert Seiten für hundert Suchbegriffe, erzeugt aus einer Vorlage. Die Alternative: zehn Beiträge, die jeweils eine Entscheidungsfrage der Zielgruppe beantworten, mit Tabellen, Prüflisten und Beispielen aus dem eigenen Geschäft, untereinander verlinkt und mit sichtbarer Verantwortung. Die zweite Variante ist mühsamer zu erstellen und leichter zu pflegen. Vor allem aber lässt sie sich mit einer Kennzeichnungs- und Freigaberegel verbinden, wie sie der Beitrag zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte beschreibt.
Die Frage ist nicht, ob KI beteiligt war. Die Frage ist, ob jemand den Beitrag vermissen würde, wenn er morgen verschwände.
Wirkung messen, nicht Menge
Gemessen wird je Seite: Sichtbarkeit für die eigentliche Frage, Verweildauer, Anfragen, die sich auf den Inhalt beziehen, und Zitate in KI-Antworten. Seiten, die nach einem halben Jahr nichts davon zeigen, werden überarbeitet oder zusammengelegt. Wie ein Ablauf aussieht, der solche Inhalte verlässlich hervorbringt, zeigt der Beitrag zum Content-Workflow mit KI; welche Merkmale eine Seite für KI-Suchsysteme zitierfähig machen, der Beitrag zur Sichtbarkeit in Google AI und Chat-Systemen.